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2010 - Zeichen des Wandels
01.01.2011 19:26:39
2010 – ein Jahr, welches im Zeichen des Wandels stand und auch im kommenden Jahr Folge leisten wird. 2010 – ein Jahr der Urgewalt. Es zeigte uns auf, dass die Erde uns beherrscht und nicht umgekehrt. 2010 – ein Jahr der Abschweifung. Höchste Zeit, dass alle sich sammeln und das Grundprinzip wieder erkennen.
Liebe Freundinnen und Freunde, Partner und Vertraute, im Jahr 2010 wurden die Weichen auf Kampf gestellt, Hoch und Tiefs wechselten ein Bad der Zerstreuung aus. Innenpolitisch wissen wir, dass uns noch viel Arbeit bevorsteht. Wir haben nicht den Standard wie die Skandinavier, können nicht aus dem Ganzen schöpfen, wie die LGBT in den Beneluxstaaten. Seien wir uns dessen bewusst! Woran liegt es, dass die Schweizer einmal mehr hinter anderen Nationen hinterherhinken? Sicher nicht am Grossteil der Bevölkerung, auch nicht an der Arbeit, die Gesetzeslagen zu Gunsten der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen einzufädeln und durchzusetzen. Es liegt alleine an uns allen! Wenn auch der Werdegang für die politische Gerechtigkeit steil und mit vielen Auflagen beschmückt ist, wissen wir, dass die Hürden machbar sind. Mittlerweile sollte allen bewusst sein, wenn man einen kleinen Teil dazu beisteuern kann, dies für alle Aktivistinnen und Aktivisten eine unglaubliche Unterstützung ist gegen einen harten Kampf der Umsetzung unserer Anliegen. Bis anhin ist es nicht immer so. In unseren Reihen gibt es leider Unverbesserliche, die nur darauf bedacht sind, in allem eine Diskriminierung, eine Plage, Rassismus oder sonstige Beleidigungen zu sehen. Stellte man sich vor, dass man jeden Menschen, der sich im Zusammenhang mit der Homosexualität äussert, einsperren liesse, müsste man das ganze Land einzäunen. Wenn man einen harmlosen Zeitungsartikel als diffamierend, explizit homophob und diskriminierend bezeichnet, scheint man(n)/frau in einer annähernd verbitterten Art und Weise die Tatsachen zur realen Diskriminierung zu verkennen. Im besagten Artikel von Blick am Abend mit der Überschrift „Achtung Männer – Tuntenfalle“, der mit schwachem journalistischen Witz veröffentlicht worden ist, wurden die Spatzen mit Kanonen geschossen. Dieser Bericht über „coole“ oder „schwule“ Männermode würde niemals solcher zweifelhaften Popularität beiwohnen, wenn die Hardliner der GaynossInnen nicht auf engagierte Weise jede einzelne Silbe dieses Textes als Homophobie bezichtigte und beim Presserat Beschwerde einreichte. Das daraus resultierende Ergebnis lässt einem als - nicht ohne einen schalen Beigeschmack empfindende - Arbeitsvergeudung ansehen. Es wäre wünschenswert, dass sich eine solch stark
lobbyierende Partei auf das Wesentliche konzentriert und mit den Dachverbänden PINK CROSS und LOS, sowie den regionalen les-bi-schwule Vereinen und Organisationen die wirklichen Anliegen behandeln würden. Denn von diesen Themen gibt es genug (Blutspendeverbot, Adoptions- und Familienrecht, Anpassung/Optimierung registrierte Partnerschaften, regionale Anliegen usw.). Bringen wir doch unsere Energien dort ein, wo sie auch wirklich benötigt wird.

Wie bereits erwähnt, wird das Jahr 2010 auch als ein Jahr des Wandels bezeichnet. Ein Wandel ist in gewissen Bereichen nötig. Dies bringen vor allem die Jungen auf den Plan. Es wird Zeit, dass die Dachverbände PINK CROSS und LOS über ihren Schatten springen und sich endgültig vereinen. Gemessen an den Nationen, die uns vor der Nase stehen, ist es ein notwendiger Schritt, um die Bedürfnisse der Schweizer Homosexuellen optimierend anzupassen, so wie dies zB in Schweden seit Jahren gang und gäbe ist. Wir müssen die Offenheit bekunden, auch mal etwas Neues in Angriff zu nehmen. Es braucht keine Selbstdarstellung, keine Inszenierungen, sondern schlicht und einfach ein Team, welches sich gegenseitig unterstützt und nicht gleich bei jedem kleinen Widerstand trötzelt und spottet. Dieses Team sind wir alle zusammen von St. Margarethen bis Genf, von Riehen bis nach Chiasso. Nur so erhält man ein Gewicht – nicht zuletzt auch in der Politik – das trag- und fassbar ist. Die Gesellschaft nimmt uns dann auch ernster. Darum ist es auch nicht in unserem Interesse, uns mit unüberlegten Aktionen lächerlich zu machen. Zusammen sind wir stark!

Einige von uns wurden Zeitzeugen, wie sich Osteuropa bereit erklärt, sich zu öffnen. Wenn auch nur in langsamen Schritten, durften wir persönlich erleben wie das Land Polen einen enormen Schritt zu Gunsten der LGBT gemacht hat. Dass in Warszawa die diesjährige EuroPride in einem solch erfolgreichen Ausmass stattfinden konnte, war unter anderem ein grosser Verdienst der Schweizer Delegation. Dank den hervorragenden Beziehungen zwischen den europäischen Botschaften wurde die polnische Regierung dazu verpflichtet, die Sicherheit der rund 25000-30000 TeilnehmerInnen zu gewährleisten, was die Bevölkerung mit grosser moralischer Unterstützung dankte. In einer darauffolgenden Umfrage im polnischen Staatsfernsehen befürworteten weit über 90% der Polinnen und Polen eine jährliche Durchführung einer Gaypride und forderten eine Öffnung und Liberalisierung zu Gunsten der LGBT. Auch in anderen baltischen Ländern stehen die Zeichen im positiven Licht. Hoffentlich erkennen auch die Aktivisten nahe Russland, dass sich oftmals die Schweizer für sie einsetzen. Dass ein Nikolai Alekseev trotzdem über die Schweiz herzieht und sie als „Naziland“ diffamiert, liess sämtliche Bemühungen unsererseits in Frage stellen.

Wie gross war der Aufschrei, als meine Prophezeiung Tatsache wurde und Russland die Fussballwelt-meisterschaft 2018 erhielt und vier Jahre später der Wüstenstaat Qatar zum Handkuss einer WM gekommen ist. In beiden Ländern herrscht Korruption, willkürliche Staatsregierungen, Verbote, die in der westlichen Welt undenkbar wären usw. Es könnte wohl auch ein Grund sein, warum die beiden Nationen zum Genuss einer Fussball WM kommen. Doch schauen wir die Sache mal anders an, auch wenn sich praktisch kein Westlicher dafür begeistern lässt. Könnte es nicht eine Chance für ein islamisches Land wie der Qatar sein, sich bis zur WM so zu präsentieren, dass keine Missstimmung aufkommen kann? Warum sollte man diesen Ländern diese Chance nicht zumuten können? Dass nicht nur zB die Engländer gerne einen über den Durst trinken, dürfen den Organisatoren der WM 2022 auch nicht entgangen sein. Genauso  dass es les-bi-schwule Fussballfans gibt und Frauen ebenso fussballverrückt sein können. Und dass die von der FIFA herausgegebenen Auflagen ziemlich streng sind, haben wahrscheinlich die wenigsten von uns wahrgenommen. Und bekanntlich ist es ja so, dass bei jeder Neuerung zuerst laut geschrien wird, bevor die Arbeit in Angriff genommen wird. Aussenpolitisch ist es nun ein Ziel, dass die les-bi-schwulen Politiker mit dem Bundesrat ein Gremium bilden und ein Konzept entwickeln, dies mit den anderen westlichen Verantwortlichen unterzeichnen lassen und gemeinsam mit den Gastgebern umzusetzen versuchen. Dies gilt als Herausforderung für alle, mit dem Ziel einerseits die Prüfung zu bestehen, zum Anderen, die Kritiker zu überzeugen.

2010 – das Jahr der Erkenntnis. Der Beginn dieses Jahrzehnts verlief, je länger dieses Jahr angedauert hat, immer harziger. Noch nie wurden in der Neuzeit soviele Übergriffe auf Schwule gemeldet. Die Tatsache, dass reelle Diskriminierungen auf präventive Weise gedämmt werden müssen, liegt auf der Hand. Zugleich sollten wir uns ans Herz legen, den Ruf als hysterische Hühner, die an allem etwas zu meckern haben, abzulegen. Dies haben wir uns teilweise selbst zuzuschreiben. Wissen wir überhaupt noch, welche Ziele wir verfolgen müssten und was unsere Anliegen wirklich sind? Manchmal glaube ich fast, dass vieles verdrängt wurde oder in Vergessenheit geraten ist. Zumindest macht es den Eindruck. Schwule tragen weniger Sorge zu sich und der Umwelt. Die Anzahl Ansteckungen bei Geschlechtskrankheiten häufen sich wieder vermehrt und der Verschleiss an sozialer Kompetenz ist nach wie vor relativ hoch. Es wäre der Gesellschaft zuliebe zu wünschen, dass die umfangreiche Oberflächlichkeit gedämmt werden kann. Gerade wenn wir von der „normalen“ Bevölkerung korrekt wahrgenommen werden wollen, ist es müssig dagegen zu argumentieren. Ich erinnere mich an die Worte des Schaffhauser Stadtpräsidenten Thomas Feurer, der sich in einem Interview zur Homosexualität äusserte. Er meinte, es gehe nicht darum, dass man Schwule und Lesben gegenüber den Heteros sondieren müsse, denn jeder Mensch, egal welcher Orientierung, ist ein Bestandteil der Bevölkerung und soll als solcher wahrgenommen werden. Nichts Anderes. Punkt. Halten wir uns doch auch daran. Kommen wir weg von dem Gedanken, nur für sich selbst profitieren zu wollen (wenn wir betrachten, dass wir gemeinsam dasselbe Ziel avisieren) und unterstützen uns im 2011 gegenseitig. Kommunikation ist das A und O unserer Aufgabe, Konstruktivität gleitet die Effizienz. Gemeinsam statt einsam.

Im Namen von Queerdom bedanke ich mich für die tolle Zusammenarbeit im 2010 und die Erfahrungen, die ich durch oder dank Euch sammeln durfte. Ich freue mich auf die anstehenden, sowie neuen Herausforderungen im kommenden Jahr und blicke mit Optimismus unserer weiteren Zusammenarbeit entgegen. Von ganzem Herzen ein grosses Dankeschön!

Alles Liebe
Ronny Bien
AIDS-Hilfe SH/TG - im Gespräch mit Iren Eichenberger
22.07.2010 22:35:06
QP: Iren Eichenberger, seit vielen Jahren hat sich durch Deinen unermüdlichen Einsatz die AIDS-Hilfe in den Regionen Schaffhausen und Thurgau etabliert. Welche Ziele sind für die zweite Jahreshälfte im 2010 geplant?

Iren Eichenberger: Die Fachstelle Schaffhausen wurde mit meiner Anstellung 1991 ins Leben gerufen, vorerst primär für Präventionsarbeit und weil sich der Bedarf rasch zeigte, auch zunehmend für die Beratung HIV-infizierter Menschen und deren Angehörigen. Diese äusserst interessante und vielfältige Arbeit ist aber auch für mich nicht unermüdlich, sondern auf 80% beschränkt.
Die AIDS-Arbeit wandelt sich stets mit der
Epidemieentwicklung und den notwendigen Massnahmen. Im Jahr 2010 möchte ich primär mit dem Erziehungsdepartement ein verbindliches Konzept zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten in Schulen, vor allem in Berufsschulen erreichen. Weiter gilt es, mit drei oder mehr grösseren Aktionen in der Allgemeinbevölkerung präsent zu sein. Das gelingt nur mit Hilfe von Freiwilligen. Die Stärkung der Freiwilligengruppe ist daher ebenfalls ein Arbeitsfeld. Zudem sind auch interne Fragen zur künftigen Entwicklung des Vereins AIDS-Hilfe TG/SH zu klären. Im Alltag spielt sich die Arbeit mit vielen grösseren und kleineren Projekten ab. Dazu suche ich stets auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen.

QP: Wie bist Du eigentlich zur AIDS-Hilfe gestossen?

Iren Eichenberger: Ganz einfach, weil ich von meiner früheren Arbeit in eine Begleitgruppe der Suchtprävention eingebunden war. Dort wirkte auch der Leiter der AIDS-Fachstelle Frauenfeld mit, der jemanden für die neue geplante Stelle suchte.

QP: In Deutschland wurde letzten Herbst das Thema Blutspenden aufgenommen. Parallel dazu diskutierte man auch in der Schweiz immer mehr darüber, dass homosexuelle Männer kein Blut spenden dürfen. Die GaynossInnen haben am 24.02.2010 eine erste Demonstration organisiert. Was hältst Du von dieser Sache? Kann da die AIDS-Hilfe überhaupt etwas ausrichten?

Iren Eichenberger: Fürs erste stellt der Ausschluss von homosexuellen Männern für mich klar eine Diskriminierung dar, der ein pauschales Misstrauen gegenüber allen Schwulen zugrunde liegt. Allein die Bereitschaft, regelmässig, oft auch auf Abruf für Andere Blut zu spenden, setzt eine bewusste, verantwortungsvolle Haltung voraus. Dies schafft eine natürliche Selektion, bei Schwulen so gut wie bei Heteros. Die Gefahr, dass Leute die Blutspende als HIV-Antikörpertest missbrauchen, ist seit Bestehen der niederschwelligen Testmöglichkeiten in den Checkpoints ohnehin nicht mehr gegeben. Aufgabe der AIDS-Hilfe ist es, sich generell für die Akzeptierung aller sexuellen Orientierungen einzusetzen. Am wirksamsten finde ich aber, wenn Homos und ihre Organisationen selber auftreten.

QP: Die Zürcher AIDS-Hilfe beispielsweise setzt ja nicht nur auf HIV-Präventionen, sondern ist stets bemüht darum, dass die Aufmerksamkeit auch anderen Geschlechtskrankheiten gilt. Bietet die AIDS-Hilfe SH/TG dies auch an?

Iren Eichenberger: Natürlich gehört der Einbezug sexuell übertragbarer Krankheiten in der Präventionsarbeit seit der Jahrtausendwende zu den Selbstverständlichkeiten. Die Unterschiede liegen allerdings in der Differenziertheit, respektive den Detailkenntnissen, die Zielgruppen zur Kenntnis gebracht werden. So ist z.B. klar, dass die Mediatorin für HIV-Prävention im Sexgewerbe die Sexworkerinnen sehr spezifisch berät. In einer Schulklasse dagegen, geht es um eine allgemeine Sensibilisierung für die Gefahren sexuell übertragbarer Krankheiten.

QP: Wie ist eigentlich der allgemeine Kontakt zwischen den kantonalen AIDS-Hilfe-Stellen? Gibt es da einen regelmässigen Austausch?

Iren Eichenberger: Ja, es gibt viermal im Jahr eine Kantonalkonferenz, zu der die AIDS-Hilfe Schweiz einlädt. Letztere leistet als Dachverband für mich sehr wertvolle und zweckmässige Dienste. Sie führt Fachstellen, z.B. für Rechtsfragen, für Wissensmanagement, für Jugendarbeit, den Migrationsbereich oder eben für die Homogruppe und anderes. Ohne Vernetzung zu anderen AIDS-Hilfen und dem Dachverband und ohne Zugang zu Wissen und neuen Projekten wäre eine professionelle Arbeit hier schlicht nicht zu leisten.

QP: Was macht eigentlich Iren Eichenberger, wenn sie sich nicht für Präventionen oder für politische Engagements einsetzt?

Iren Eichenberger: Dann ist der Tag meistens sowieso schon vorbei, weil ich zu lange mit KollegInnen nach einer Sitzung bei „ganz heisser Ovo“ (ich) und Bier (die anderen) in der Beiz gesessen bin und es einfach extrem spannend, entlastend, oft auch witzig und gemütlich war. Politik und ihre Akteure aller Couleur sind eben alles andere als mausgrau. Für wirklich freie Abende oder Tage sind Unternehmungen mit FreundInnen und KollegInnen immer sehr viel spannender als Putzen und Steuererklärungen ausfüllen....


Steckbrief

Name:
                   Iren Eichenberger
Wohnort:             Schaffhausen
Geburtstag:         13. Januar (Sternzeichen Krokodil...oder so, ich weiss es nicht genau)
Hobbies:               Freunde, diskutieren, Politik, Aktionen  gegen Sozial- und Umweltklau und andere Übel
Lieblingsmusik:   Klassisch, Troubadouren und ihre NachfolgerInnen, auch wirklich schöne Volksmusik
Lieblingsfilm:       Winnie The Poo... was den sonst?

 
Der WM-Dialog
11.06.2010 00:17:52

(AdV) Ein tiefsinniger Dialog zwischen Einem, der beim Fussball auf die Fakten (Massimo Müller) und Einem, der auf die Männer schaut (Adi Vetterli).


Massimo:
Ich freue mich auf die WM, um zu beobachten, wie sich die einzelnen Länder anstellen, wer weiterkommt und wie sich die Favoriten schlagen. Ich freue mich auf spannende Spiele.


Adi:
Ich freue mich auch auf die WM, um stramme Männer beim 90-Minütigem Schwitzen zu beobachten. Ich freue mich auf spannende Trikotwechsel.

Dieses Mal sind die Slowaken zum ersten Mal dabei. Mal schauen ob sie offensiv oder defensiv spielen.

Die spielen sicher offensiv. Ich kenne sie aus einigen Filmchen als sehr offen.

Keine Ahnung was du jetzt schon wieder denkst, aber ich vermute, dass sie am Anfang bestimmt defensiv spielen werden, um die Gegner abzutasten.

Abtasten? Jetzt sprichst du ja selber von diesen Filmchen! Abtasten lassen würde ich mich ja am liebsten von den Brasilianern, von Cristiano Ronaldo!

Da kannst du in Brasilien lange suchen, der spielt für Portugal. Portugal zählt ja auch jetzt wieder zu den Favoriten. Wie an der EM 2004, wo sie dann überraschenderweise gegen die Griechen verloren haben. Da hat dein toller Ronaldo am Schluss sogar geweint.

Ach der Arme, den hätte ich gerne getröstet! Aber jetzt sag mal, welches ist denn dein persönlicher Favorit?

Mein Herz schlägt natürlich für den Weltmeister Italien. Temperament, Ausdauer und eine gute Mischung aus Durchhaltevermögen und Flexibilität.

Klingt ja wie eine Kondomwerbung. Wollen wir nicht beim Thema Fussball bleiben? Ich wäre ja für Dänemark, denn ich liebe Coupe Dänemark. Wie stehen deren Chancen?

Dänemark kannst du vergessen, die zählen eher zu den Aussenseitern. Aber auch die können überraschen, wie das Beispiel mit den Griechen.

Welche Griechen? Zeus mit seinen Lustknaben?

Versuch mal dich ein paar Minuten auf Fussball zu konzentrieren! Sprechen wir über die Schweiz. Nach dem WM Sieg der Schweizer U17 dürfen wir uns ja wieder Hoffnung machen!

Ach ja die süsse U17, das hat mich ja gefreut für die Kleinen. Aber haben die Schweizer wirklich eine Chance an der WM 2010?

Falls sich Alex Frei nicht wieder gleich beim ersten Spiel verletzt wie bei der EM 2008, wo dann Spanien Europameister wurde.

À propos Spanien, habe ich schon erwähnt, dass in der Wohnung gegenüber von mir ein rassiger Spanier eingezogen ist? Spielt nicht Spanien gegen uns in der ersten Runde? Ich hoffe ich kriege dann keinen Streit mit meinem hübschen Nachbarn.

Ich versuche, deine Männergeschichten zu überhören und komme auf Honduras zu sprechen, welches ebenfalls in den Gruppenspielen auf die Schweiz treffen wird. Ich denke, wir werden ein leichtes Spiel gegen Honduras haben, da sie seit einer Ewigkeit nicht mehr bei einer WM dabei waren.

OK die Schweiz trifft bei den Gruppenspielen auf Spanien, Honduras und was fehlt noch?

Chile. Ein ernstzunehmender Gegner, der nur ein Qualifikationspunkt hinter dem fünffachen Weltmeister Brasilien gelegen ist.

Das mit dem Qualifikationspunkt versteh ich jetzt zwar nicht so ganz, aber trotzdem klingt Chile wie ein scharfer Gegner für uns. Ich hoffe, es gibt auch was Scharfes zu sehen.

Diesem tiefsinnigen Kommentar kann ich nur noch eines hinzufügen: Ich freue mich auf qualitative Spieltechnik, Fairness und spannende Fussballstunden.

PinkCop - im Gespräch mit Peter Sahli und Adrian Feubli
06.06.2010 10:54:07
QUEERDOM POST (QP): Gratulation, Adrian Feubli und Peter Sahli! Bereits mehr als zwei Jahre gibt es die Vereinigung homosexueller Polizistinnen und Polizisten in der Schweiz und die Mitgliederzahl stieg von 21 auf 115. Gibt es noch heterosexuelle Cops? Oder wie könnt Ihr Euch diesen raschen Zuwachs erklären?

Peter Sahli: (schmunzelt) Bei der Vereinsgründung am 23. Februar 2008 habe ich tatsächlich nicht gedacht, dass wir in diesem Ausmass anwachsen würden. Rückblickend haben wir festgestellt, dass ein solcher „Blitzstart“ unheimlich motivierend sein kann. Auf der anderen Seite ist er aber auch ziemlich fordernd, manchmal vielleicht auch etwas überfordernd. Mit gutem Gewissen kann ich jedoch sagen, dass wir Vieles schon erreicht haben, uns aber auch immer wieder neue Ziele stecken.

Adrian Feubli: Die Mitgliederzahl zeigt uns, dass das Thema „Homosexualität und Polizei“ bewegt – polizeiintern wie auch extern. Neben dem Auftritt nach aussen wollen wir aber einfach auch das Vereinsleben geniessen und uns untereinander austauschen.

QP: Hat der Verein Mitglieder aus der ganzen Schweiz oder ausschliesslich aus dem Kanton Zürich?

Peter Sahli: Ein grosser Teil unserer Mitglieder stammt schon aus dem Grossraum Zürich – hier hat der Verein ja auch seine Wurzeln. Mittlerweile sind wir aber auch in vielen anderen Kantonen vertreten. Dazu gehört auch die Westschweiz, aus welcher sich uns vermehrt französisch sprechende Kolleginnen und Kollegen anschliessen.

QP: Der Beruf Polizist an sich scheint von einer Männerdomäne besetzt zu sein, auf Eurer Homepage jedoch ist zu entnehmen, dass 47 Frauen und 68 Männer dem Verein PinkCop angehören. Bedarf es einem Klischee, dass die Wahrscheinlichkeit homosexueller Frauen im Beruf gross ist?

Adrian Feubli: Diese Aussage kann ich mit statistischen Werten weder belegen noch widerrufen – da es diesbezüglich keine Zahlen gibt. Aus der eigenen Erfahrung würde ich diese Annahme eher einem Klischee zuordnen. Natürlich kann man sagen, dass die Frauen im Polizeiberuf gewisse charakterliche Ähnlichkeiten haben bzw. gewisse Anforderungen mitbringen müssen. Dies aber mit der sexuellen Orientierung in Verbindung zu bringen, erachte ich als überfüssig und nicht sinnvoll.

QP: Hat sich in Bezug auf die Akzeptanz in Eurem Polizisten-Umfeld bereits etwas getan?

Peter Sahli: Ob sich die Akzeptanz verändert hat oder nicht, kann ich – bezogen auf mein persönliches Umfeld – schlecht beurteilen. Ich fühlte mich schon jeher als akzeptiert und integriert. Durch die Gründung von PinkCop ist meine Homosexualität einfach öffentlicher geworden. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich darauf nur positive Reaktionen erhalten.

Adrian Feubli: Wir kennen aber auch Mitglieder von PinkCop, die sind in ihrem Korps noch nicht geoutet – dies aus verschiedenen Gründen. Unter dem Strich bin ich der Meinung, dass wir mit unserer Arbeit die Akzeptanz gegenüber dem Thema „Homosexualität und Polizei“ generell positiv beeinflussen können – intern wie auch extern.

QP: Eure Ziele sind primär, dass ein Netzwerk aufgebaut werden kann und dass durch regelmässige Treffs auch untereinander Kontakte entstehen. Als sekundär wird beispielsweise den Weg an die Öffentlichkeit oder Aufklärung an Polizeischulen angegeben. Was muss Eurer Meinung nach exakt noch getan werden?

Peter Sahli: Bei der Stadtpolizei Zürich haben wir erreicht – mit Unterstützung des Kommandos – dass wir in der Polizeischule zum Thema „Homosexualität und Polizei“ Lektionen planen und durchführen können. Eines unserer Ziele ist es, diese Ausbildung auch in anderen Kantonen bzw. anderen Polizeischulen zu etablieren.

Adrian Feubli: Ein weiteres Ziel haben wir uns mit dem Stichwort „homophobe Gewalt“ gesteckt. In Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Zürich, PinkCross, der HAZ und der RainbowLine wollen wir dieses Thema angehen. Eine erste Kick-Off-Sitzung hat stattgefunden, das Projekt ist ins Rollen gekommen.

QP: Meines Wissens haben Deutschland und Österreich auch einen Verein wie PinkCop. Wo wurde zum ersten Mal eine ähnliche Organisation gegründet und wie sieht z. B. das europäische Netzwerk aus?

Peter Sahli: Das ist richtig. Vor allem die Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland haben uns beim Aufbau von PinkCop tatkräftig unterstützt. Hinzu kamen auch sehr schnell Kontakte nach Österreich. Mittlerweile trifft sich PinkCop regelmässig mit Velspol (D) und den GaycopsAustria (A) – dies im Rahmen des Bodenseetreffens. Das letzte hat über die Auffahrtstage in Arbon stattgefunden.

Adrian Feubli: PinkCop ist auch Mitglied der EGPA (European Gay Police Association). Dieser europäische Zusammenschluss führt alle zwei Jahre eine Konferenz durch. Die nächste findet Ende Juni in Wien statt, an welcher wir mit einer Delegation teilnehmen werden. Es werden Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Spanien, Grossbritannien, Belgien, Schweden, Niederlanden, Norwegen, Ungarn, Australien und evtl. weiteren Ländern erwartet.

QP: Ist es Eurer Meinung nach sinnvoll, dass les-bi-schwule Polizistinnen und Polizisten bei Personenkontrollen oder Razzien in Szenelokale eingesetzt werden?

Peter Sahli: Wir vertreten die Haltung, dass eine lesbische Polizistin oder ein schwuler Polizist eine Polizistin/ein Polizist wie jede/jeder andere auch ist. Sollte es demnach dazu kommen, dass eine Lesbe/ein Schwuler für eine Polizeikontrolle in einem Szenenlokal eingesetzt wird, dann ist das einfach so. Wir sind ja nicht speziell gekennzeichnet – was wir auch nicht unterstützen würden. Man fragt sich ja auch nicht, ob ein Polizist, der privat ein Motorrad fährt, bei einer Verkehrskontrolle einen Motorradfahrer kontrollieren soll…

QP: Was sind Eure Ziele mit PinkCop?

Adrian Feubli: Vieles wurde bereits gesagt: Förderung der Akzeptanz, Mitgestaltung des Unterrichts, Vernetzung mit anderen Organisationen, Aufklärung betreiben etc. Daneben sollten wir jedoch nie vergessen, dass wir einfach auch für uns selber da sein dürfen – ganz im Sinne eines gesunden Vereinlebens.

Peter Sahli: Dem Gesagten kann ich mich nur anschliessen.

QP:
Nun wart ihr für den Stonewall-Award 2010 nominiert. Leider hat es mit der Auszeichnung nicht ganz geklappt.

Peter Sahli: Ja, es hat uns wirklich gefreut, dass wir nominiert wurden. Schade, dass wir nicht gewonnen haben, jedoch gönnen wir der Plattform "shoe.org" diese Auszeichnung.

QP: Wenn ich Euch einfach ein paar Zeilen zur Verfügung stellen würde, was brennt Euch unter den Nägeln? Was möchtet ihr unbedingt kundtun?

Adrian Feubli und Peter Sahli: Einfach „Danke“ sagen – und zwar für die Möglichkeit, unser Engagement auf QPonline vorstellen zu können. Denn nicht zuletzt sind es diese Kanäle, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen.
IDAHO: Wenig Interessierte – grosses Echo
06.06.2010 02:01:34
(MiL) Am Montag 17. Mai führte Queerdom eine Pressekonferenz mit Hilfe von Anita Wymann (LOS) zum Internationalen Tag gegen Homophobie im Güterhof Schaffhausen durch. Ziel war es die Medien über dieses Thema in verschiedenen Sparten zu informieren. So führte Daniel Flachsmann die wenigen Anwesenden durch die globale Situation der LGBT-Community, während der Präsident Michael Läubli im Anschluss die aktuelle Lage in Schaffhausen und der Schweiz erläuterte. Darin sprach er die Verweigerung der Plakatkampagne auf den Fronwagplatz in Schaffhausen durch die Verwaltungspolizei an, denn Queerdom wollte ursprünglich die Schaffhauser Bevölkerung mittels Plakaten sensibilisieren. Anita Wymann brachte eindrücklich Schwierigkeiten ans Tageslicht, wo sich heute bilden und auch vorallem Lesben zu kämpfen haben, während Ronny Bien Lösungsansätze ins Spiel brachte. Gerade mal die Schaffhauser AZ und das Radio Munot folgten der Einladung, wobei zu betonen ist, dass das Schaffhauser Fernsehen vorgängig mit Michael Läubli auf dem Fronwagplatz ein Interview führte. Weiter waren nur ein halbes Dutzend Interessierte anwesend, was die Erwartung der Organisatoren deutlich unterbot. Doch das darin enthaltene Thema mit der Verwaltungspolizei war der mediale Aufhänger – zum Verständnis aller. Denn das Gesuch wurde mit der Begründung, dass dieses Thema nicht von überregionalem öffentlichem Interesse sei, abgelehnt. Auch wurde bei der darauffolgenden Rückfrage am Telefon betont, dass wenn sie diese Aktion dulden würden, sich weitere ethnische Randgruppen melden würden.



Hermann Schlatter (SVP/Hemmental) und Andi Kunz (AL/Schaffhausen) – beides Grossstadträte – argierten und nahmen mit Läubli Kontakt auf. Sie wollten genaueres zu diesem Thema wissen um womöglich die Stadträtin Jeanette Storrer zu fragen, was sie über diese aktuelle Sache denkt und wie sie es mit der Vergabe auf den Fronwagplatz steht.



Am 26. Mai folgte eine telefonische wie auch eine schriftliche Entschuldigung zuhanden von Michael Läubli vom Leiter der Verwaltungspolizei Alois Sidler. Er bekräftigte darin, dass diese Aussagen fehl waren und diese Aktion uns erlaubt hätte müssen. Er habe von der ganzen Sache nichts mitbekommen. Läubli nahm diese Entschuldigung an und hofft darauf, dass in Zukunft solche Missgeschicke und Äusserungen nicht mehr passieren.



QPonline bleibt an diesem Fall dran, falls sich diese Geschichte weiterzieht.
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